Shoppingmall Toskana

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Wenn es um Pflanzen aus Norditalien geht, handelt es sich meist um im Container gewachsene, frostharte und ganz häufig immergrüne Gehölze. Hier, rund um Pistoia, bekommt man alles: von Abelia bis Ziziphus. Wunderschöne Besonderheiten für Parks, Gärten, Terrassen und Balkone jeglicher Art, werden hier wegen ihrer prachtvollen Blüten, Blatt oder Fruchtschmuck selektiert und kultiviert. Auch ist gerade Pistoia berühmt für die Vielzahl an Formgehölzen wie Stämmchen, Ponpon, Spieralen oder Bonsaiformen. Natürlich gibt es genug Händler in Deutschland, die eine entsprechende Abwicklung anbieten, aber Axel Fautz lässt es sich nicht nehmen, „seine“ Pflanzen direkt beim Produzent in Italien persönlich auszusuchen. Schließlich möchte man ja nicht die „Katze im Sack“ kaufen. Auch geht es darum, für die Kunden genau das Richtige zu finden und auf die Jagd nach seltenen Einzelstücken zu gehen.

Pistoia – das Mekka der Baumschulen

Im Herbst war es dann endlich wieder soweit. Am 9. Oktober machte sich Axel Fautz mit seinen Mitarbeitern Barbara Grotzer-Sutter sowie Andreas Kubny auf den Weg Richtung Toskana. Und zwar in die Provinz Pistoia in der Nähe von Florenz, dem Mekka für Baumschulware. Schon seit mehreren Jahren gastieren die Fautzianer in einer kleinen Agro-Tourismus-Herberge inmitten von Olivenhainen in den Bergen vor Pistoia. Hier kocht Mama tatsächlich noch italienische Hausmannskost, da fühlt man sich nach ca. 7 Stunden Fahrt so richtig gut aufgehoben. Familienanschluss für drei Tage garantiert.
Allerdings stand der erste Abend schon unter dem Zeichen der bevorstehenden Aufgaben. Denn dafür waren sie ja schließlich da und besprachen diese noch einmal ausführlich auf italienische Art beim Abendessen. Es ging darum, welche Pflanzen einen guten Absatz finden, welche Trends sich aufzeigen, welche besonderen Kundenwünsche es zu erfüllen gilt und wie die Tendenzen im Allgemeinen aussehen. Und somit konnte das Ziel für den nächsten Tag abgesteckt werden.

Karl findet die Nadel im Heuhaufen

Schon zum Frühstück gesellte sich Karl zu den Fautzianern, Vertreter der Firma Mediflora und Pflanzenkenner durch und durch. Karl ist erfahrener Gärtner, spricht fließend italienisch und ist seit etwa zwanzig Jahren im Geschäft. Er kennt jede einzelne Baumschule in und um Pistoia, er weiß, zu welchen Produzenten sie fahren müssen und er weiß vor allem, wo besondere Pflanzen wachsen und zu erwerben sind. Karl ist wirklich Gold wert. Denn in der Provinz Pistoia gibt es eine Baumschule neben der anderen. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt, von kleinen bis zu den riesigen Pflanzen. Auch in der Stadt selbst sind überall Pflanzenkulturen zu finden, nahezu jeder Hinterhof beherbergt eine Produktion. Ein Angebot, das das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Aber viel Muse bleibt nicht zum Schlendern und Bestaunen, denn die Zeit ist knapp und ein riesiges Pensum gilt es zu bewältigen.

Dimensionen, die faszinieren

Nun ging es darum, zu den passenden Baumschulen zu fahren und die gewünschten Pflanzen zu finden, zu etikettieren und somit für Fautz die Gärten vorzureservieren. Dabei steht die Qualität, also die Pflanzengesundheit, die Belaubung, der Blütenansatz, die Verzweigung des Wuchses sowie der Gesamteindruck der Pflanzen im Vordergrund. Auch besondere oder neue verbesserte Sortentypen sind gefragt. Insbesondere für laufende Bauvorhaben wurden ganz spezielle Gewächse und Solitärgehölze gesucht. Dabei kann ein einzelner Baum auch schon mal eine Größe von 8-9 Metern haben. Andreas Kubny ist insbesondere von den möglichen Größen fasziniert:

„Es ist wirklich bemerkenswert, wie diese riesigen Einzelstücke ausgegraben, verpackt und wieder eingepflanzt werden und somit eine neue Heimat bekommen.“

Selbst alte Olivenbäume mit mehr als 30 Metern werden umgepflanzt. Dabei wird die Krone nahezu gekappt und lediglich Stamm und Wurzel verpflanzt. Ein Schauspiel der besonderen Art, dem die Fautzianer bei einem Großbaum-Spezialisten beiwohnen konnten.

Tradition und Handwerk

Neu aufgenommen im Fautzer Gartencenter-Sortiment werden die beliebten original Impruneta-Terrakottatöpfe. In Italien mit traditioneller Handarbeit kunstvoll gefertigt, gibt es diese in den verschiedensten Größen. Die Technik, Ton zu pressen und dann auszuarbeiten, erfordert viel Geschick und ist hier schon seit der Römerzeit beheimatet. Auch diese Firma wurde von Axel Fautz, Barbara Grotzer-Sutter und Andreas Kubny genau in Augenschein genommen. Die wunderschönen Gefäße sind alle winterhart. Sie passen nicht nur hervorragend zu den ausgewählten Pflanzen, sondern sind für jeden Balkon oder Terrasse eine echte Bereicherung. Nach erfolgreich durchlaufenen Qualitätstest werden sie anschließend gut verpackt nach Deutschland ins Markgräflerland transportiert.

Die Auserwählten auf dem Weg in die neue Heimat

Ein langer, arbeitsreicher Tag geht zu Ende. Zahllose Pflanzen wurden besichtigt, für gut befunden und reserviert. Diese stehen nun auf Abruf bereit und werden je nach Bedarf bestellt und per Lkw-Ladungen nach Biengen transportiert. Dabei kommt es schon mal vor, dass in etwa 1.000 Pflanzen auf einmal ankommen. Angefangen von einem kleinen Töpfchen bis hin zum ausgewachsenen Baum. Und es ist jedes Mal ein besonderes Event, wenn die Transporter aus der Toskana am Gartencenter abgeladen werden.

Axel Fautz und seine Begleiter sind zufrieden. Wie immer, hätte man gerne noch ein wenig mehr Zeit in Anspruch genommen, um weitere Baumschulen zu besuchen und mögliche Liebhaber-Einzelstücke zu entdecken. Aber auch ein italienischer Tag geht irgendwann einmal zu Ende. Und ganz nach dem Motto „The same procedure als every year“ freuen sich die Fautzianer schon jetzt wieder auf die nächste Toskana-Reise, die ganz bestimmt kommen wird.