Prachtbaum im Kurpark gepflanzt

Baum Aufstellen6

Wer kann sich nicht an sie erinnern, die wunderschöne alt-ehrwürdige Weide direkt vorm Musikpavillon. Unzählige Veranstaltungen hat sie hautnah miterlebt, seien es die fast täglichen Kurkonzerte oder die Top-Events der „Open Air im Park“-Konzerte. Sie ist Zeuge gigantischer Feuerwerke, die jedes Jahr das Lichterfest-Wochenende beschließen. Unzählige Male hat sie Schatten gespendet, war sie Foto-Objekt oder wurde einfach nur berührt.

Leider hatte sich jedoch in den letzten Wochen herausgestellt, dass dieser Baum krank und von innen hohl war. Daher musste die schöne Weide aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Aber nicht, bevor nicht ein adäquater und ebenfalls alt-ehrwürdiger Ersatz dafür gefunden werden konnte. Fündig sind die Fautzianer dann in Norddeutschland geworden, nämlich bei Bruns Pflanzen in Bad Zwischenahn. Kaum gesehen, war es Liebe auf den ersten Blick. Dieser und kein anderer sollte es sein.

Schon der Name ist Programm

Hierbei handelt es sich um eine Sumpf- oder auch Boulevardeiche. Ebenfalls bereits über 70 Jahre alt, hat sie eine stattliche Höhe von etwa 12 Meter. Der Wurzelballendurchmesser beträgt 2,40 Meter. Geschäftsführer Axel Fautz kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus:

„Diese Boulevardeiche ist etwas ganz Besonderes, ein wunderbarer Schattenbaum. Er hat eine gigantische Herbstfärbung und versetzt den Betrachter in Indian Summer-Stimmung. Ein ehrwürdiger Baum und ein absolut adäquater Ersatz.“

Weitere Vorteile sind, dass der Baum „sauber“ und somit frei von herunterfallendem Schmutz und Läusen bleibt. Darüber hinaus kommt er mit dem Markgräfler Klima wunderbar zurecht. Und – ein ganz wichtiges Argument – er wird auch die nächsten Generationen erfreuen, denn die Boulevardeiche kann über 300 Jahre alt werden!

Aktion Baum-Pflanzung

Den Baum finden, ist das eine, den Baum an Ort und Stelle bringen, jedoch das andere. Und ein Riesen-Ereignis für alle Baumliebhaber und natürlich insbesondere für die Fautzianer. Mit einem gigantischen Lastwagen, der normalerweise Rotorblätter für Windkraftanlagen transportiert, wurde der ausladende Baum, entsprechend zusammen gebunden, von Norddeutschland nach Bad Krozingen transportiert. Allein das war schon etwas Besonderes.

Mittwoch, der 30. November, war dann der große Tag. Der Laster kam bereits am Vortag an und verbrachte die Nacht wenige Meter vom Bestimmungsort der Eiche entfernt. Viele Helfer waren anwesend. Einige wollten dieses Groß-Ereignis unter keinen Umständen verpassen und bei diesem historischen Moment zugegen sein. Solch eine Baumpflanzung ist unglaublich arbeitsaufwändig und gleichzeitig ein riesiger Kraftakt. Der Baum wurde vom Lastwagen bis an das ausgehobene Pflanzloch herangefahren und dann mit einem Autokran heruntergehoben. Nun hieß es, diesen Baumriesen an die richtige Position, von der Waagrechten in die Senkrechte, zu bringen. Und das war die eigentliche Arbeit. Mit unendlicher Mühe sowie einigen unvorhergesehenen Ereignissen, stand die Boulevardeiche etwas später aufrecht und stattlich neben dem Musikpavillon. Trotz aller Anstrengungen war das Glühen in den Augen der Fautzianer immer zu sehen. Stolz machte sich bei den Mitarbeitern breit, als die Äste des ehrwürdigen Baumes vom Netz befreit waren und dieser seinen neuen Standort im Kurpark für sich einnahm. Ein wunderschöner Augenblick!

Wie in Berlin, so in Bad Krozingen

Auch Kurdirektor Rolf Rubsamen war sichtlich angetan und sehr zufrieden mit dem vollendeten Werk. Der Baum wird nämlich auch Spree-Eiche genannt, da diese Spezies auch vor dem Bundeskanzleramt in Berlin steht. Und nun auch vor dem Musikpavillon in Bad Krozingen. Wenn das mal keine Bände spricht…