Naschgemüse – gesundes Schlemmen

Pimenta Vermelha

Viele Gemüsearten lassen sich auf Balkon und Terrasse als Naschgemüse ziehen. Hierbei geht es nicht um Mengenerträge, sondern um das gelegentliche Ernten und genüssliche Abnaschen eigener kultivierter Früchte. Die Pflanzenzüchtung hat zu diesem Zweck kompaktere bzw. auch optisch ansprechendere Sorten entwickelt. Auch etwas ausgefallenere Pflanzen, wie z.B. die Andenbeere lassen sich so kultivieren.

Nachfolgend einige Informationen zum gängigsten Naschgemüse:

Die Tomate

Die Heimat der Tomaten ist Mittel- und Südamerika. Hier wurden sie v.a. von den Maya ab etwa 200 v.Chr. kultiviert. Von dort kamen sie wohl mit der zweiten Fahrt von Christoph Kolumbus nach Europa. Hier wurde sie im 17. und 18. Jahrhundert zunächst als Zierpflanze kultiviert. Ende des 18. Jahrhunderts galt der Genuss von Tomaten dann als alltäglich. Um 1900 fand sie in Deutschland, vor allem im Süden, als Salat, Sauce oder Suppe Verwendung. Im Jahre 1876 begann der deutschstämmige John Henry Heinz, industriell produziertes Tomatenketchup auf den Markt zu bringen. Und 1880 entstand das erste Rezept für eine Pizza (Pizza Margherita) mit den Nationalfarben Italiens rot-weiß-grün (Tomaten, Mozzarella, Basilikum).

In der offiziellen Liste der Tomatensorten sind zurzeit etwa 23.000 Sorten gelistet. Einige Bezeichnungen sind allerdings reine Marketing-Strategie. Wichtig ist aber, dass veredelte Tomaten in der Regel wüchsiger, gesünder und vor allem widerstandsfähiger gegen Krautfäule als Sämlinge sind. Beim Pflanzen muss man unbedingt darauf achten, dass sich die Veredlungsstelle über dem Erdboden befindet. Veredelt wird auf Wildformen oder auch widerstandsfähige Sorten. Es ist faszinierend, wenn man bedenkt, welchen Weg die Züchtung von den Wildformen (etwa kirschgroß) bis zu den großen Fleischtomaten oder Ochsenherzen genommen hat. Und allesamt sind echte Gaumenfreuden!

Mangold

Mangold wird schon seit über 4.000 Jahren von Menschen angebaut. Im 17. Jahrhundert zählte er noch zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland, bis er vom Spinat verdrängt wurde. Mittlerweile wird er wieder beliebter, was wohl auch auf die neuen Sorten mit den bunten Stielen, die sich auch in großen Kästen kultivieren lassen, zurückzuführen ist.

Aus botanischer Sicht ist Mangold eine Rübe, verwandt mit Zuckerrübe und Rote Beete, von der allerdings nur das Laub Verwendung findet. Man unterscheidet den Stiel- und Blattmangold. Beim echten Stielmangold sind die Mittelrippen stark ausgeprägt und sie treten deutlich hervor. Meist sind sie weiß, es sind jedoch auch rote bekannt. Die starken Stiele muss man von unten schälen, denn sie sind sehr faserig. Dann kann man sie ganz oder in Stücken wie Spargel kochen, was dem Stielmangold auch die Bezeichnung „Spargel des armen Mannes“ einbrachte.

Natürlich werden auch die Blätter verwendet. Beim Blattmangold sind die Blattrippen meist sehr schlank. Somit werden die ganzen Blätter verwendet, ähnlich wie bei Spinat. Bei den buntlaubigen Sorten hält sich die Farbe, wenn man sie nicht zu lange kocht.

Die Sorten, die auch als Zierpflanzen Verwendung finden, lassen sich selbstverständlich so verwenden. Bei den Blattmangolden treiben die Pflanzen nach einem Rückschnitt wieder aus, wenn man nicht das Herz verletzt. Einige Sorten gelten sogar als winterhart.

Paprika

Von den 33 bekannten Paprika-Arten werden nur fünf kultiviert. Ursprünglich stammen die Paprika aus Mittel- und Südamerika, wobei die unterschiedlichen Arten auch in verschiedenen Ländern angebaut wurden. Die ersten Hinweise auf die Kultur von Paprika wurden in Mexiko schon für das Jahr um 1700 v.Chr. gefunden. Es handelt sich beim Paprika somit um eine alte Kulturpflanze. Alle fünf Arten, die heute noch angebaut werden, waren schon vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus in Kultur. Nachdem Früchte auf der Rückfahrt bei Kolumbus‘ zweite Fahrt mitgenommen und die Samen ausgesät worden waren, gab es bald in Spanien die ersten Paprika. Daher rührt der auch heute noch bekannte Name „Spanischer Pfeffer“.

In Deutschland wird heutzutage hauptsächlich der Anbau von blockigen Typen betrieben, während z.B. in Ungarn die Spitzpaprika eine größere Verbreitung haben. In den letzten Jahren hat sich bei den Chilis und Peperonis eine regelrechte Fangemeinde gebildet, was wohl auch damit zu tun hat, dass Zwergformen auch als Zierpflanzen sehr dekorativ in Wohnungen wirken. Der Anbau von Chilis, Peperonis oder auch sogenanntem Snackpaprika ist auf Balkon und Terrasse meist gut machbar, weil sie nicht so viel Platz wie die normalen Paprika benötigen und außerdem einen reicheren Fruchtansatz haben.

Beim Snackpaprika kann man meist die gesamte Frucht essen, ohne die Kerne zu entfernen. Wichtig ist, dass die optimale Temperatur für die Blütenbildung zwischen 16° und 21°C liegt. Bei Nachttemperaturen über 24°C reagieren die Pflanzen damit, dass sie Blüten abwerfen. Bei noch höheren Nachttemperaturen (>32°C) wird auch die Fruchtbildung stark beeinträchtigt.

Wichtige Pflanz- und Pflegetipps

Für die Kultur in Töpfen und Kästen sollte man die fertig gemischte Erde mit nicht zu großem Nährstoffgehalt verwenden. Maßvoll gießen, bei den Tomaten unter Umständen ausbrechen (je nach Sorte), stützen und auf Schädlinge achten. Das sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen. Gerade für die Kultur in diversen Gefäßen wurden spezielle Sorten ausgelesen, die nicht zu stark wachsen. Den meisten Arten ist gemeinsam, dass sie warmes Klima bevorzugen. Daher auch nicht zu früh auspflanzen.

Wir wünschen viel Erfolg und guten Appetit mit Ihrem Naschgemüse!