Fautzianer zu Besuch auf der IGA Berlin

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Die IGA ist eine Präsentation verschiedener Gärten, die alle zwei Jahre in einer anderen Großstadt stattfindet. Von März bis Oktober weilt die diesjährige Ausstellung in Berlin unter dem Thema „Gärten der Welt“. Dabei wurden bereits bestehende Gärten bzw. Parks mit eingebunden und viele neue themenbezogene Oasen angelegt. Wirklich toll an der IGA ist die Tatsache, dass die Planung der Anlage nachhaltig erfolgt. Das heißt, dass viele Bereiche auch nach der IGA so belassen werden und der Bevölkerung zur Naherholung weiterhin zur Verfügung stehen.

Im Laufe der letzten Monate waren bereits einige MitarbeiterInnen von Fautz die Gärten auf der IGA und haben sich dort neue Impulse und Anregungen geholt.
Drei Trends waren zu erkennen: Es wurde ganz klassisch mit Sichtachsen gearbeitet, es kamen Spiegel zum Einsatz, um Tiefe bzw. Weite zu vermitteln und es gab in mehreren Gärten abgesenkte Elemente oder sogar ganze Bereiche.

Natürlich gibt es ganz eindeutige Favoriten unter den Gärten, die wir hier als die TOP 3 kurz vorstellen möchten:

Brasilianischer Garten

Der Beitrag des brasilianischen Landschaftsarchitekten Alex Hanazaki orientiert sich an den vier Elementen der Natur – Feuer, Wasser, Luft und Erde – denen seiner Ansicht nach oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Mit seiner Gartengestaltung soll ein szenisch angelegter und interaktiver Raum mit einer kraftvollen Linienführung entstehen, der die Sinne stimuliert. Der Garten ist sehr schlicht angelegt, aber absolut beeindruckend.

Bereits beim Betreten des Gartens fällt der Blick auf ein ausgedehntes Wasserbecken, von dem das Licht reflektiert wird. Durch ein aus zwei Bäumen geformtes Tor gelangen die Besucher über eine Brücke bis zu jener Stelle, von der aus sie die skulpturalen Steinwände betrachten können, die aus dem Becken empor ragen. Aus ihnen sollen sich Wasserfontänen ergießen, deren Klang zugleich besänftigend und betörend wirkt.

Aus einem bestimmten Betrachtungswinkel scheint es so, als ob das Wasserbecken in Flammen steht. Die verwendeten Materialien und Pflanzen unterstreichen diesen Effekt.

Chinesischer Garten „Dule Yuan“

Der chinesische Landschaftsgestalter Zhu Yufan widmet sich mit seinem Konzept für die IGA Berlin 2017 dem „Dule Yuan“ (etwa: Garten des abgeschiedenen Vergnügens).

Die geometrische Achsenstruktur wird im Gartenkabinett durch einen Bambuspfad, einen Blumengarten und einen Wasserkanal gestaltet. Eine traditionelle Bambushütte (Jurte) wird mittels moderner Materialien und Technologien nachgebildet. Die Spiegelwand betont die vertikale Tiefe und lässt die Beobachtungsgrenze zwischen Menschen und Natur verschwimmen und das Gefühl von Grenzenlosigkeit verstärken.

Der Garten lässt eine Rückbesinnung auf ganz schlichte Elemente zu. Das einfache Design, die starke Sichtachse sowie der Spiegel erzeugen eine eindrucksvolle Wirkung. Sehr auffällig auch die schöne Detailarbeit.

Christlicher Garten

Prägnantes Element des in den Boden eingelassenen, quadratischen Gartens ist der aus goldfarben lackiertem Aluminium bestehende Wandelgang. Dieser ist sehr groß und hat eine beschützende Wirkung, aber bietet dennoch Möglichkeit, nach innen und außen zu blicken. Die statisch tragenden Schriftzeichen aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus Philosophie und Kultur laden nicht nur zum Lesen ein, sondern bilden bei Sonneneinstrahlung auch ein lebhaftes Wechselspiel aus Licht und Schatten – eines der zentralen Leitthemen des Gartens.

Über Treppen gelangt man in den von vier Meter hohen Buchenhecken umschlossenen Garten. Der innere Gartenhof ist geprägt durch ein Wegekreuz aus hellem Kies und vier immergrünen Heckenkörpern, die von weißblühenden Stauden und Gehölzen unterbrochen werden. Ein überquellender Wasserstein, auf dessen Wasseroberfläche sich die Wolken spiegeln, betont sehr stimmungsvoll den Gartenmittelpunkt.

Seit seiner Eröffnung 2011 erhielt der Christliche Garten bereits einige erwähnenswerte Auszeichnungen.

Für Kurzentschlossene: Wer jetzt Lust bekommen hat und selbst noch die IGA in Berlin besuchen möchte, diese ist noch bis zum 15. Oktober geöffnet.